Skip to content

Freie Universität Bozen

Unser Auftrag

text

Um der dringenden Forderung nach einer nachhaltigen Zukunft gerecht zu werden, wird in der tourismuswissenschaftlichen Literatur zunehmend auf die Notwendigkeit hingewiesen, dass sich auch der Tourismus einem tiefgreifenden Wandel in Richtung Nachhaltigkeit unterziehen muss; einem Wandel, der den soziokulturell-gesellschaftlichen, ökonomischen und ökologischen Bereichen und den darin angewandten Praktiken gleichermaßen Priorität einräumt. Die Agenda 2030 der Vereinten Nationen mit ihren 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung bildet dabei den globalen Bezugsrahmen, an dem sich auch die Autonome Provinz Bozen orientiert, insbesondere bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele soziale Gerechtigkeit, Klima, Umwelt und Landschaft sowie Mobilität und nachhaltiges Wirtschaften.

Dementsprechend finden sich die Nachhaltigkeitsziele der UN-Agenda 2030 auch im Landestourismusentwicklungskonzept 2030+ wieder. Damit das ehrgeizige Ziel einer Transformation zur Nachhaltigkeit nicht eine unerreichbare Utopie bleibt, müssen aber auch die vorherrschenden Forschungsansätze und Weltanschauungen (Paradigmen) hinterfragt und stärker an das jeweilige Phänomen angepasst werden. Gerade der Tourismus weist differenziertere Voraussetzungen und Möglichkeiten zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsagenda auf als die meisten anderen Wirtschaftssektoren. Da Tourismus immer standortgebunden funktioniert, ist die Verknüpfung von räumlichen, betrieblichen und soziokulturell-gesellschaftlichen Dimensionen unabdingbar.

Ohne Zweifel hat der Tourismussektor in Südtirol Wohlstand, Beschäftigung und Einkommen im ganzen Land kapillar verbessert. Allerdings gehört Südtirol heute zu den tourismusintensivsten Destinationen Europas, weshalb unerwünschte Auswirkungen und Zielkonflikte stark zugenommen haben. Tatsächlich hat der Tourismus "die Grenzen der sozialen, ökologischen und letztlich auch ökonomischen Tragfähigkeit erreicht" (LTK 2030+, S. 70). So haben die Begleiterscheinungen der touristischen Entwicklung wie Verkehrsüberlastung, überteuerte Wohn- und Lebensräume, Fachkräftemangel, ökologische und landschaftliche Übernutzung stark zugenommen, während gleichzeitig die gesellschaftliche Akzeptanz des Tourismus gesunken ist. Dennoch stellt der Tourismus mit seinen familiengeführten Klein- und Mittelbetrieben nicht nur das Rückgrat des Südtiroler Tourismus dar, sondern ist ein zentraler Faktor für eine ausgewogene gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung und damit auch für die Transformation in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung gemäß der UN-Agenda 2030.

Hauptziel des Kompetenzzentrums Nachhaltiger Tourismus

Das Hauptziel des Zentrums ist die Entwicklung, Validierung und prototypische Umsetzung von Methoden und Verfahren, die das Transformationspotenzial des Tourismus in Richtung Nachhaltigkeit und verantwortungsvolle sozio-ökonomische Praktiken fördern und stärken. Zu diesem Zweck untersucht das Zentrum die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Aspekte verschiedener Praktiken, Maßnahmen und Politiken, die auf eine nachhaltige Entwicklung des Tourismus in Südtirol abzielen, sowie innovative Ansätze und Lösungen für deren Umsetzung. Das Zentrum bündelt und vernetzt verschiedene Kompetenzen, schafft Synergien und regt Initiativen zur Mittelbeschaffung an, um einen Beitrag zur Nachhaltigkeit des Tourismus in Südtirol zu leisten. Um dieses Ziel zu erreichen, ist das Kompetenzzentrum für nachhaltigen

Tourismus in folgenden Bereichen tätig:

  • Anwendungsorientierte Forschung im Tourismus;
  • Wissenstransfer und -austausch;
  • Aufbau eines lokalen, nationalen und internationalen Netzwerkes von anerkannten Tourismuswissenschaftlern und -praktikern;
  • Beratung und Weiterbildung von Tourismusunternehmen, Tourismusverbänden und Destinationsmanagementorganisationen;

Das Kompetenzzentrum ist damit eine wichtige interdisziplinäre Anlaufstelle für Tourismusforschung im Bereich Nachhaltigkeit, die praxisnahe Ansätze und Lösungen entwickelt und der Provinz sowie den interessierten touristischen Akteuren Grundlagen für die Bewältigung zukünftiger Herausforderungen liefert.

Infoanfrage