Zusatzausbildung zur Befähigung für den Integrationsunterricht in Kindergarten und GrundschuleAn der Fakultät für Bildungswissenschaften der Freien Universität Bozen besteht seit dem akademischen Jahr 2000-2001 die Möglichkeit, ab dem 3. Studienjahr des Laureatsstudienganges Bildungswissenschaften für den Primarbereich (deutsche und italienische Abteilung) die Zusatzbefähigung für den Integrationsunterricht zu erlangen.
Die 2-jährige Zusatzausbildung umfasst insgesamt 400 Stunden, d. h. 200 Stunden pro Jahr, die wie folgt aufgeteilt sind: 150 Stunden Lehrveranstaltung (5 Lehrveranstaltungen zu je 30 Stunden) und 50 Stunden Praktikum. Im Rahmen der Lehrveranstaltungen besteht Anwesenheitspflicht.
Allgemeine Zielsetzung
Die Kursteilnehmer/innen erwerben im Laufe der Ausbildung umfassende Kompetenzen im Bereich der Integration und der spezifischen Förderung von Kindern/Schüler/innen mit unterschiedlichen Begabungen und lernen diese Kenntnisse in der Kindergartengruppe/Kindergartengemeinschaft bzw. im Klassenverband/Schulgemeinschaft und im außerschulischen Bereich gezielt einzusetzen. Die Teilnehmer/innen sollen die Fähigkeit entwickeln, individuell abgestimmte didaktische Erziehungspläne und ressourcenorientierte Maßnahmen zu erarbeiten, durchzuführen und deren Auswirkungen auszuwerten. Ebenso sollen sie imstande sein, grundlegende Voraussetzungen für die soziale Integration der Kinder/Schüler/innen in die Kindergarten- oder Schulgemeinschaft und in die Gesellschaft zu schaffen.
Die Fragen spezifischer pädagogischer Anforderungen werden daher nicht im Sinne einer isolierten Spezialkompetenz betrachtet, sondern aus einer ganzheitlichen Sicht des Kindergartens/der Schule. Dies bedeutet auch, dass die Kindergärtner/innen und Lehrer/innen befähigt werden, die Gesamtlebensbedingungen des Kindes/Schülers/der Schülerin zu analysieren und unter Einbeziehung aller am Erziehungsprozess Beteiligten geeignete Fördermöglichkeiten zu schaffen. Da die unmittelbaren Auswirkungen von „Defizit“ auf die betroffene Person von den Vorstellungen, Vorurteilen und Werthaltungen des sozialen Umfeldes geprägt werden, schließt die Ausbildung der Kindergärtner/innen und Lehrer/innen die Bereiche Kommunikation, theoretisches Fachwissen zu Behinderungsarten und praxisnahe Verknüpfungen mit ein.
Die Arbeit mit den Kollegen und Kolleginnen, den Eltern, den Fachdiensten sowie mit dem außerschulischen Umfeld erfordert entsprechende kommunikative, soziale und fachliche Kompetenzen.
Lehrveranstaltungen
Die Lehrveranstaltungen betreffen die Vermittlung von Inhalten und den Erwerb der jeweiligen Kompetenzen in den Bereichen Integrative Didaktik, Förder- und Lernprozessdiagnostik, Klinische Psychologie, Neuropsychologie und -psychiatrie des Kindes- und Jugendalters, Kommunikation unter erschwerten Bedingungen, Pädagogik und Didaktik der Hörbehinderung, Pädagogik und Didaktik der Sehschädigung sowie Didaktik der Sprachbehinderung.
Prüfungsform
Die einzelnen Lehrveranstaltungen werden mit einer schriftlichen Prüfung und einem Kolloquium abgeschlossen. Die Bewertung erfolgt in 30steln.
Abschluss
Am Ende der Ausbildung wird ein Zertifikat ausgestellt.
Zum Praktikum
Handreichung 1. Jahr